Chrepps Blog

Bunt und granatenstark

Category: Allgemein

Mars Argo

In der Lesezeichenleiste meines Browsers gibt es einen Ordner mit dem Namen „Musik 2017“. Dort lege ich innerhalb des Jahres Musik ab, die mich bewegt und die ich dann nachher mit diesem Jahr verbinden werde. Diese Gewohnheit habe ich in 2015 begonnen. Es sind nicht viele Links in den Ordnern gelandet, weil es irgendwie wirklich neu und besonders für ich sein muss.

Der aktuelle Neuzugang ist besonders. Über Umwege bin ich bei dieser Musikgruppe gelandet. Letzte Woche hat MatPat, das Genie hinter den YouTube-Kanälen Game Theory und Film Theory, ein Video über die Hintergründe und Verschwörungen des Kanals „Poppy“ veröffentlicht. Poppy an sich ist faszinierend und über den Macher Titanic Sinclair landet man schnell auf Videos von Mars Argo. Der Mann hinter dem Poppy-Projekt war bei Mars Argo beteiligt. Aber es gibt fast nur Reuploads von Fans.

Der offiziellen Kanal enthält nur noch 2 Musikvideos und ein Video mit dem Titel „Delete your Facebook“. Aber YouTube ist voll von Mars Argo-Content. Kanäle wie „Where’s Mars Argo?“ konservieren die alten Lieder und die Nutzer diskutieren unentwegt über den Verbleib der Sängerin, die offenbar vor zwei Jahren von der Bildfläche verschwunden ist. Theorien gibt es ne Menge.

Das Mysterium um die Sängerin macht es natürlich irgendwie interessant, aber die Musik ist einfach schön. Ich kriege nicht genug von Mars Argo.

Schluchz!

Die Übersetzerin Erika Fuchs übersetzte seit 1951 Disney-Comics und in den vier Jahrzehnten ihres Wirkens die deutsche Sprache nachhaltig geprägt. Der sogenannte Erikativ (eigentlich Inflektiv) reduziert seitdem Verben auf ihren Wortstamm und lässt Ausdrücke wie „schluck“, „stöhn“, „kicher“ oder „zitter“ zu. Eine eigene deutsche Comic-Sprache wurde begründet. Im aufkommenden Chat-Zeitalter bekam diese Form sogar eine neue, besondere Bedeutung. *liebguck*
Aber für unser Comic fühlt es sich falsch an.
Gerade gestern haben wir überlegt, ob es ein Lautwort für’s Schluchzen im aktuellen BTW-Comic geben sollte. Ich schlage „schluchz“ vor und wir beide merken, dass es irgendwie nicht passt.
Warum?
Comics haben es immer schwer gehabt in unserem Land. Es wurde erstmal immer nur das übersetzt, was für Kinder ist. Comics sind außerhalb von Fix und Foxi nie Mainstream geworden.
Begrifflichkeiten aus der Comic-Welt werden in der Popkultur (besonders im finsteren Jahrzehnt der 90er) höchstens als albern, witzig und kindlich verwendet. Wenn ich „schluchz“ sage, kann das nur in einem ironisch überzogenen Kontext sein.
Unser Comic ist ironisch überzogen. Trotzdem kommt uns das komisch kindisch vor, das Wort „schluchz“ zu verwenden.

Zu gern würde ich dazu die Meinung von deutschsprachigen Comic-Erschaffern hören. Es gibt ja nicht so viele. Wer benutzt überhaupt selber den Erikativ in seinen Comics?
Wir hätten gerne ein Wort wie „sob“! Eigentlich sollte sich „schluchz“ wie „sob“ anfühlen. Das tut es aber nicht. Seufz!

Das Comic mit dem „schluchz“ gibt es hier.

P.S.
Unsere comicverliebten südwestlichen Nachbarn machen das ja anders. Dort dominieren eher lautmalerische Worte wie „toc toc“ anstelle von „Klopf klopf“ oder „chrrr“ bzw. „zzzzz“ statt „schnarch“. Doch welches lautmalerische Wort entspräche dann „schluchz“?

Jahresrückblick

Vorgestern habe ich dieses Pattern ausgedacht und eine Weile damit rumgejamt. Die Akkorde C2, G4, Ebmaj7 und Abmaj7 (oder so ähnlich könnte man sie nennen) passten erstaunlich gut zusammen. Heute habe ich das mal aufgenommen und zwischendurch bin ich in verrücktesten tonalen Sphären abgedriftet.

 

Beim Hören kam es mir wie eine Metapher für ein Lebensjahr vor. Man bleibt derselbe und wurschelt sich durch die Akkorde des Lebens. Die Wogen werfen einen hin und her und plötzlich weiß man gar nicht mehr, wer man ist. Dann sucht man verzweifelt nach Harmonie und kämpft sich in die Ausgangstonart zurück. Doch dann ist nicht mehr alles wie es vorher war. Das Erlebte hat einen verändert.

 

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