{"id":428,"date":"2015-02-01T13:37:15","date_gmt":"2015-02-01T12:37:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christian-epp.de\/?p=428"},"modified":"2015-02-03T22:06:34","modified_gmt":"2015-02-03T21:06:34","slug":"die-besiedlung-von-pitcairn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christian-epp.de\/?p=428","title":{"rendered":"Die Besiedlung von Pitcairn"},"content":{"rendered":"<p>Neulich bin ich auf den Wikipedia-Artikel \u00fcber die Insel Pitcairn gesto\u00dfen. Die Insel liegt mitten zwischen Neuseeland und S\u00fcdamerika im absoluten Nichts und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Diese Geschichte handelt von den Nachwirkungen der <strong>Meuterei auf der Bounty<\/strong> und liest sich ebenfalls wie eine Abenteuer-Geschichte:<\/p>\n<p>Fletcher Christian, der Anf\u00fchrer der Meuterei auf der Bounty hat nun das Schiff in seiner Gewalt. Der Kapit\u00e4n und ein gro\u00dfer Teil der Besatzung haben die Bounty verlassen. Einige sind sogar zum Bleiben gezwungen worden, weil das Beiboot keinen Platz mehr hatte.<br \/>\nSie stehen nun vor der Frage, wie sie der Justiz entkommen k\u00f6nnen. Die Strafe f\u00fcr Meuterei ist Tod durch Erh\u00e4ngen.<br \/>\nChristian steuert Tahiti an. Dort war man schon vorher gewesen und obwohl sie sich gerne dort niedergelassen h\u00e4tten, ist klar, dass man hier nicht bleiben kann, weil man sie hier suchen wird.<br \/>\nFletcher Christian ist die Insel Pitcairn bekannt. Sie war \u00fcber 300 km vom eigentlichen Ort auf den Karten eingezeichnet und so wird entschieden, dass es die richtige Insel zum Verstecken ist.<br \/>\nAls die Abreise ansteht, entscheiden sich die meisten Matrosen, auf Tahiti zu bleiben. Nur neun Meuterer um Fletcher Christian bleiben \u00fcbrig. Sie ziehen mit 6 polynesischen M\u00e4nnern und 12 Frauen los und erreichen die Insel am <em>15. Januar 1790<\/em>.<\/p>\n<p>Die Insel ist unbewohnt, aber bewohnbar. Es gibt Kokospalmen und Brotfruchtb\u00e4ume. Schweine, Ziegen, H\u00fchner, Yamswurzeln und S\u00fc\u00dfkartoffeln f\u00fchrt die Bounty mit.<br \/>\nEs gibt eine Debatte, was mit der Bounty passiert. Matthew Quintal z\u00fcndet sie eigenh\u00e4ndig an, damit man sie nicht findet. (Reste der Bounty liegen bis heute in der Bounty Bay) Tats\u00e4chlich f\u00e4hrt sp\u00e4ter ein Suchschiff an der Insel vorbei.<br \/>\nJeder Europ\u00e4er bekommt eine Gef\u00e4hrtin. Die sechs Polynesier m\u00fcssen sich die \u00fcbrigen drei Frauen teilen und werden wie Sklaven behandelt. Eine br\u00fcchige Dorfgemeinschaft wird aufgebaut.<br \/>\nDie Frau des Schmiedes John Williams stirbt. Als er sich eine neue Frau von denen der Polynesier nimmt, eskaliert der Konflikt. Zuerst werden Williams und drei andere Europ\u00e4er get\u00f6tet. Am <em>3. Oktober 1793<\/em> stirbt auch Fletcher Christian. Bald sind alle polynesischen M\u00e4nner und eine Frau tot.<br \/>\nEdward Young \u00fcbernimmt die F\u00fchrung der Gruppe, doch weitere Ungl\u00fccke passieren. Der Matrose McCoy beginnt Schnaps zu brennen und stirbt, als er betrunken von den Klippen f\u00e4llt. Quintal wird ebenfalls Alkoholiker und droht, alle Kinder umzubringen, worauf Adams und Young ihn t\u00f6ten.<br \/>\nNun sind von den Meuterern nur noch Young und Adams \u00fcbriggeblieben. Adams war als Analphabet nach Pitcairn gekommen und Young beginnt damit, ihm anhand der Bounty-Bibel das Lesen beizubringen.<br \/>\nAm 25. Dezember 1800, also etwas \u00fcber zehn Jahre nach der Ankunft auf Pitcairn, stirbt der Anf\u00fchrer Edward Young an Asthma und es bleibt Adams mit 10 polynesischen Frauen und 23 Kindern zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Adams liest t\u00e4glich in der Bibel, beginnt ein gottesf\u00fcrchtiges Leben, verbietet den Alkohol und h\u00e4lt regelm\u00e4\u00dfige Gottesdienste ab. Das Leben stabilisiert sich.<br \/>\nAm <em>17. September 1814<\/em> kommen die beiden Fregatten HMS Briton und HMS Tagus vor Pitcairn an. Die Kapit\u00e4ne Staines und Pipon sind beeindruckt von der friedlichen und gottesf\u00fcrchtigen Gemeinschaft, die sie vorfinden. Adams will freiwillig mit nach England zur\u00fccksegeln und sich dem Seegericht stellen, aber die Bewohner flehen die Kapit\u00e4ne an, ihn auf der Insel zu lassen. In seinem sp\u00e4teren Bericht an die Admiralit\u00e4t schreibt Staines, dass es ein Akt von gro\u00dfer Grausamkeit gewesen w\u00e4re, den letzten noch lebenden Meuterer gefangenzunehmen.<br \/>\nAm 5. M\u00e4rz 1829 stirbt Adams als angesehenes Oberhaupt der kleinen Gemeinde eines nat\u00fcrlichen Todes. Er wird in Adamstown begraben.<\/p>\n<p>Bis heute leben Nachkommen der Meuterer auf Pitcairn. Heute hat die Insel 61 Einwohner und geh\u00f6rt zum britischen \u00dcberseegebiet. Bereisen kann man die Insel per Google Street View &#8211; Aussteiger werden allerdings nicht mehr aufgenommen.<br \/>\nNoch mehr Informationen gibt es auf <a title=\"Pitcairn\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pitcairn\">Wikipedia<\/a>. Zum Beispiel, dass die Insel 1838 das erste nachhaltige Frauenwahlrecht eingef\u00fchrt hat. Kein Wunder, w\u00fcrde ich sagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich bin ich auf den Wikipedia-Artikel \u00fcber die Insel Pitcairn gesto\u00dfen. Die Insel liegt mitten zwischen Neuseeland und S\u00fcdamerika im absoluten Nichts und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 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