{"id":512,"date":"2016-06-08T23:35:52","date_gmt":"2016-06-08T22:35:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.christian-epp.de\/?p=512"},"modified":"2016-06-09T19:58:13","modified_gmt":"2016-06-09T18:58:13","slug":"schluchz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.christian-epp.de\/?p=512","title":{"rendered":"Schluchz!"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00dcbersetzerin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erika_Fuchs\" target=\"_blank\">Erika Fuchs<\/a> \u00fcbersetzte seit 1951 Disney-Comics und in den vier Jahrzehnten ihres Wirkens die deutsche Sprache nachhaltig gepr\u00e4gt. Der sogenannte Erikativ (eigentlich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inflektiv\" target=\"_blank\">Inflektiv<\/a>) reduziert seitdem Verben auf ihren Wortstamm und l\u00e4sst Ausdr\u00fccke wie &#8222;schluck&#8220;, &#8222;st\u00f6hn&#8220;, &#8222;kicher&#8220; oder &#8222;zitter&#8220; zu. Eine eigene deutsche Comic-Sprache wurde begr\u00fcndet. Im aufkommenden Chat-Zeitalter bekam diese Form sogar eine neue, besondere Bedeutung. *liebguck*<br \/>\nAber f\u00fcr unser Comic f\u00fchlt es sich falsch an.<br \/>\nGerade gestern haben wir \u00fcberlegt, ob es ein Lautwort f\u00fcr&#8217;s Schluchzen im aktuellen BTW-Comic geben sollte. Ich schlage &#8222;schluchz&#8220; vor und wir beide merken, dass es irgendwie nicht passt.<br \/>\nWarum?<br \/>\nComics haben es immer schwer gehabt in unserem Land. Es wurde erstmal immer nur das \u00fcbersetzt, was f\u00fcr Kinder ist. Comics sind au\u00dferhalb von Fix und Foxi nie Mainstream geworden.<br \/>\nBegrifflichkeiten aus der Comic-Welt werden in der Popkultur (besonders im finsteren Jahrzehnt der 90er) h\u00f6chstens als albern, witzig und kindlich verwendet. Wenn ich &#8222;schluchz&#8220; sage, kann das nur in einem ironisch \u00fcberzogenen Kontext sein.<br \/>\nUnser Comic ist ironisch \u00fcberzogen. Trotzdem kommt uns das komisch kindisch vor, das Wort &#8222;schluchz&#8220; zu verwenden.<\/p>\n<p>Zu gern w\u00fcrde ich dazu die Meinung von deutschsprachigen Comic-Erschaffern h\u00f6ren. Es gibt ja nicht so viele. Wer benutzt \u00fcberhaupt selber den Erikativ in seinen Comics?<br \/>\nWir h\u00e4tten gerne ein Wort wie &#8222;sob&#8220;! Eigentlich sollte sich &#8222;schluchz&#8220; wie &#8222;sob&#8220; anf\u00fchlen. Das tut es aber nicht. Seufz!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/btw-comic.de\/comic\/gute-songs\/\" target=\"_blank\">Das Comic mit dem &#8222;schluchz&#8220; gibt es hier.<\/a><\/p>\n<p>P.S.<br \/>\nUnsere comicverliebten s\u00fcdwestlichen Nachbarn machen das ja anders. Dort dominieren eher lautmalerische Worte wie &#8222;toc toc&#8220; anstelle von &#8222;Klopf klopf&#8220; oder &#8222;chrrr&#8220; bzw. &#8222;zzzzz&#8220; statt &#8222;schnarch&#8220;. Doch welches lautmalerische Wort entspr\u00e4che dann &#8222;schluchz&#8220;?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00dcbersetzerin Erika Fuchs \u00fcbersetzte seit 1951 Disney-Comics und in den vier Jahrzehnten ihres Wirkens die deutsche Sprache nachhaltig gepr\u00e4gt. Der sogenannte Erikativ (eigentlich Inflektiv) reduziert seitdem Verben auf ihren Wortstamm und l\u00e4sst Ausdr\u00fccke wie &#8222;schluck&#8220;, &#8222;st\u00f6hn&#8220;, &#8222;kicher&#8220; oder &#8222;zitter&#8220; zu. Eine eigene deutsche Comic-Sprache wurde begr\u00fcndet. 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